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Das Zuwenig An Zuviel | 26 min 13 / variable size | Text Performance Installation | 2007

von HELGA SANDRA-BARBARA
( Katrin Connan
und Nadine Droste )
Galerie der HFBK  Hamburg  /  Salzfabrik Kokerei Zollverein  Essen ( Exhibition Teatrum Mundi,  Ruhrtriennale)

(„Too little but too much - A piece for two voices „)

Two voices tell two different versions of one story. Each voice speaking for itself, though listening to and commenting the other one. Based on the historical character Joan of Arc, they neither show how it really was nor really is with Joan of Arc. They show how this story could be written. Considering the history of reception and interpretations in literature and film possible role models are determined. The voices speak about Joan by negotiating her as an idea. She becomes a character without any ideals. Her behaviour reveals her wish for attention and fame. The voices contemplate on her appearance and imply her will to become a heroine. They create an image of Joan by looking beyond the surface. One voice concentrating on the dependences she endorses herself in to become historical. The other voice relates expectations laid on her to her emotions. Both points of view question Joan’s possibilities to escape from her destiny. Different styles of writing and two approaches find a joint form.The text was presented as a lecture as well as a part in an installation as an audio feature.  The language is German and the duration is about 25 minutes. In addition parts of text were varied according to the presentations.

Helga Sandra-Barbara fragt nach der Autorenschaft der Geschichtsschreibung und dem Umgang mit dem historischen Gedächnis, indem sie eine historische Figur dekonstruiert und ihr andere Identitäten verleiht.
In Das Zuwenig An Zuviel wird der Heldenfigur ein Handeln zugesprochen, das ihre Person über Jahrhunderte nicht immer eingehalten haben soll.

Zwei Stimmen erzählen zwei unterschiedliche Versionen einer Geschichte, indem jede Stimme für sich spricht, die andere dennoch hört und kommentiert.
Ausgehend von den Darstellungen der historischen Figur Johanna von Orléans betrachten sie weder was wirklich war noch wirklich ist, sondern wie diese Geschichte geschrieben werden könnte.
Mögliche Rollen und denkbare Handlungen Johannas werden vor dem Hintergrund ihrer Rezeptionsgeschichte sowie literarischen und filmischen Interpretationen gedacht.
Die Stimmen sprechen über Johanna, indem sie jene als eine Idee verhandeln, welche jeglicher Ideale entbehrt.
So berichten sie von dem Wunsch nach Aufmerksamkeit und Ruhm, machen sich Gedanken über das Auftreten und Erscheinungsbild der Figur und stellen ihr den Willen, Heldin zu sein, voran.
Sichtbar wird Johanna, indem die Stimmen zugleich hinter jene Oberfläche blicken lassen.
Eine Stimme konzentriert sich dabei auf die Abhängigkeiten, in die sich die Figur begibt, um ihr Ziel, in die Geschichte einzugehen, zu erreichen.
Die zweite Stimme setzt an Johanna gestellte Erwartungshaltungen in Bezug zu ihren Emotionen.
Beide Betrachtungsweisen fragen jeweils nach den Möglichkeiten Johannas sich ihren Bestimmungen zu entziehen.
Zwei verschiedene Schreibstile und Herangehensweisen finden hier eine gemeinsame Form.
Präsentiert wurde der Text als Lesung sowie als Teil einer Installation in Form eines Hörstückes; die Sprechdauer des Stückes beträgt circa 25 Minuten.
Zusätzliche Textteile wurden den Präsentationen entsprechend variiert.

Installation:  empty stage with 2 projectors, chairs and recording (audience)
http://galerie.hfbk-hamburg.de/archiv/2007_08/07_06_27_ereignisse3.html